Der Tag

Rosa Loy

Abbildung des Buchcovers

Loys Malerei und ihre Zeichnungen und Grafiken muten oft surreal an, werden von der Künstlerin selbst indes als realistisch bezeichnet. Vielfältig sind die Quellen, aus denen sie schöpft. Eigene Erfahrungen, Wahrnehmungen und Phantasien ebenso wie Mythologien, Märchen und Legenden und nicht zuletzt die Kunstgeschichte mit ihrem visuellen Reichtum aus vielen Epochen bilden das Rohmaterial, welches im Prozess der Bildwerdung Teil des Kunstwerks werden kann. Überblickt man Rosa Loys OEuvre, staunt man über die Fülle von Motiven, den unaufhörlich aus Erlebnissen und Eindrücken gespeisten Strom von Bildern und Bilddetails, häufig rätselhaft, dann wieder sofort zugänglich. Oftmals werden die Betrachtenden von Stimmungen und Schwingungen gleichsam erfasst, gepackt, hinweggetragen. In ihrem Werk findet sich Leichtes, Schwebendes ebenso wie Verstörendes, Lastendes, doch nie lässt sie die Schönheit vergessen, die nichts mit Oberfläche zu tun hat, sondern mit einer vertieften Sicht auf die Wirklichkeit. Eine markante Besonderheit ist, dass in den Szenerien nahezu ausschließlich weibliche Figuren agieren. Diese Protagonistinnen tragen meist die Gesichtszüge der Künstlerin, die in ihren Bildern allerdings das Autobiografische überschreitet und einen Kosmos des Lebens von Frauen entwirft.

Herausgeber: Brigitte Hausmann / Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin
Texte (dt./eng.) von Brigitte Hausmann und einem Interview mit der Künstlerin von Sarah Alberti
2018, 64 Seiten
Preis: 19,90 €