Shadow Writing (Algorithm/Quipu)

Lorenzo Sandoval


Abbildung des Buchcovers Lorenzo Sandoval kombiniert zwei alte Kulturtechniken: den Ursprung der Algorithmen und die komplexe Knüpftechnik der Quipus aus der Zeit der Inkas. Dem Ansatz der Dekolonialität des argentinisch-britischen Sprachwissenschaftlers Walter Mignolo folgend, untersucht Sandoval mit künstlerischen Mitteln alternative Formen zur westlichen in der Renaissance geborenen Welt- und Wissensordnung. Die erste Forschung nimmt ihren Ausgangspunkt in der Abbildung von Muhammad ibn Musa al-Khwarizm. Sein lateinischer Nachname (al-Khwarizm) gab dem Algorithmus den Namen. Ausgehend von seiner Figur wird untersucht, wie Mathematik eine transnationale Sprache war, die das gesamte Mittelmeer überspannte und verschiedene Denktraditionen verband. Darüber hinaus hatten sie einen großen Einfluss auf die ästhetische Konzeption des Islam in Bezug auf Architektur und Systeme der spirituellen Repräsentation in der Welt.
Der zweite Ausgangspunkt untersucht verschiedene Theorien, die den Inka- Quipus als ein System der Berechnung und des Schreibens vorschlagen. Quipus waren ein Aufzeichnungssystem der Inkas, auch sprechende Knoten genannt.

Herausgeber: Christine Nippe / Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin
Texte (eng.) von Christine Nippe, Julia Moro, Lorenzo Sandoval und Yasmina Reggad
2018, 60 Seiten
Preis: 10 €