Veranstaltungsarchiv des Fachbereichs Kultur


Monatsprogramme der Schwartzschen Villa     November   Dezember   Januar




Ausstellungen in der Schwartzschen Villa
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin, Mo-So 10-18 Uhr, Eintritt frei

8. November 2019 bis 5. Januar 2020     body of stone - Johannes Wald

Ausstellungen im Gutshaus Steglitz
Schloßstraße 48, 12165 Berlin, Mo-So 10-18 Uhr, Eintritt frei

11. Oktober bis 17. Dezember 2019
    "Am Ende der Welt steht ein Wald aus Stein" - Jens Schubert






Mehr als ein Koffer bleibt - 25 Jahre Abzug der Alliierten aus dem Berliner Südwesten

Vortrag von Bernd von Kostka

Freitag, 29. November 2019, 19 Uhr

Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Eintritt frei


Im September 1994 wurden die amerikanischen, britischen und französischen Truppen in Berlin offiziell verabschiedet. Fast ein halbes Jahrhundert lang hatten die Alliierten mit ihren zivilen und militärischen Einrichtungen das West-Berliner Stadtbild geprägt. Mit dem Abzug begann die Auseinandersetzung mit ihrem materiellen und immateriellen Erbe, die bis heute andauert. In seinem Vortrag beleuchtet Bernd von Kostka, seit 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator im AlliiertenMuseum, die Monate des Abzugs und geht den Spuren der Alliierten im Berliner Südwesten nach.

"Mehr als ein Koffer bleibt. Die Westmächte und Berlin 1944-1994" war der Titel der ersten Ausstellung zur Geschichte der Westmächte in Berlin. Sie wurde anlässlich des Abzugs der Alliierten von Bundeskanzler Helmut Kohl im Outpost Theater an der Clayallee eröffnet.


Einladung zum Vortrag "MEHR ALS EIN KOFFER BLEIBT"




Abbildung:
4th of July Parade der U.S. Army Berlin Brigade in Berlin-Lichterfelde

© AlliiertenMuseum; Public Domain Mark











body of stone

Johannes Wald

8. November-5. Januar 2020


Schwartzsche Villa, Galerie
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
Mo-So 10-18 Uhr
Eintritt frei


Einladung zur Ausstellungseröffnung Donnerstag, 7. November, 19 Uhr



Abbildung: "untitled (hands of a ponderer)", 2019, Gips, Schnur, Maße variabel


Künstler-Kuratorengespräch Sonntag, 1. Dezember, 14 Uhr

Der Künstler Johannes Wald befasst sich in seinem zwischen Konzeptkunst und Bildhauerei changierenden Werk mit grundsätzlichen Fragen zum Begriff der Skulptur. Er verlässt Vorgaben der kunsthistorischen Tradition, um das Material als Informationsträger herauszufordern. Meist strebt er nicht die abgeschlossene Form an. Negativformen antiker Skulpturen oder menschlicher Körper wie auch Fragmente, die im bildhauerischen Prozess abfallen, werden von ihm anhand von Titeln konzeptuell aufgeladen.

Der künstlerische Ansatz von Johannes Wald ist oftmals durch den Zustand des "Werdens" geprägt. Seine Werke sind nie vollständig, sie hinterfragen das Abgeschlossene. Der skulpturale Prozess wird durch ungewöhnliche Eingriffe aufgebrochen. So erhalten Marmor und Gips ephemere Eigenschaften von Lebewesen wie Atem, Wärme oder Bewegung. Seine in der Schwartzschen Villa ausgestellten Kunstwerke umkreisen den Zusammenhang von Materie, Körperlichkeit und Raum. Damit reagiert die von Christine Nippe kuratierte Ausstellung von Johannes Wald mit Idee und Stofflichkeit auf den Ort und akzentuiert ihn neu.

Auftakt der Ausstellung bilden Abgüsse der Hände des Künstlers aus Gips, die im Lichthof der Schwartzschen Villa hängen. Untitled (hands of a ponderer) (2019). Indem sie einerseits in einer Pose der Aktivität und andererseits in einer der Untätigkeit gezeigt sind, symbolisieren sie die Unauflösbarkeit des Dazwischen des Künstlers zwischen Bildhauerei und Konzeptkunst. Wie erreicht man einen Moment der Selbstvergessenheit durch die Kunst? Und wie kann eine körperliche Präsenz mit bildhauerisch geformtem Material hergestellt werden? Und schließlich: welche Rolle spielen Ideen und Konzepte bei der Herstellung eines Kunstwerkes? Dies sind die Fragen, die sich durch die Ausstellung ziehen.

Im großen Ausstellungsraum der Schwartzschen Villa liegen zwei Blöcke aus rohem Carrara Marmor. Giving body to the stone (I sognatori) (2017). Sie sind mit Heizkabeln durchzogen und werden mit Hilfe thermischer Steuergeräte auf Temperatur menschlicher Körper gehalten. Anstatt die Steine im herkömmlichen Sinn zu bearbeiten um ihnen über die Form ein figürliches Aussehen zu geben, wird ihnen durch die Wärme ein ephemereres, aber nicht weniger treffendes Attribut menschlicher Körper verliehen. Wegen der Trägheit des Steines und dem Korrektiv der Steuerung oszillieren sie zwischen Aufwärmen und Abkühlen. Dabei scheint es, als würden sie wie Lebewesen zueinander in Beziehung treten, aufeinander reagieren und sich gegenseitig anziehen.

Betritt man schließlich den nächsten Ausstellungsraum, fällt der Blick auf eine Spiegelwand, die eine Bank aus Gips reflektiert. Untitled (young romans) (2019). Die Gips-Bank steht dabei als Verweis auf die figürliche Bildhauerei, während der Spiegel einem minimalistischen Ansatz folgt. Die spiegelnde Oberfläche führt zu einer Entgrenzung des Raumes und verweist auf die europäische Kunstgeschichte, die nicht erst seit dem Narziss-Mythos den Spiegel als Träger symbolischer Bedeutungen versteht.

Johannes Wald, 1980 in Sindelfingen geboren, Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe in der Klasse von Prof. Harald Klingelhöller und Prof. Daniel Roth, zahlreihe Einzelausstellungen wie z.B. Kunsthalle Bielefeld, Museum Kurhaus Kleve, Albertinium Dresden, Konrad Fischer Galerie, Berlin und Düsseldorf, Galerie Greta Meert, Brüssel, Galerie Rolando Anselmi, Rom und Galerie Daniel Marzona, Berlin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Hendrik Bündge und Christine Nippe.

Kuratorin: Dr. Christine Nippe, Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf

Veranstalter: Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf

Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig.
Unterstützt durch Junge Kunst e. V. Wolfsburg, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main und Privatpersonen.













Am Ende der Welt steht ein Wald aus Stein

Jens Schubert

11. Oktober bis 17. Dezember 2019


Gutshaus Steglitz
Schloßstr. 48, 12165 Berlin

Mo-So 10-18 Uhr
5. November und 3. Dezember geschlossen
Eintritt frei

Einladung zur Ausstellungseröffnung am 10. Oktober, 19-21 Uhr

Zur Eröffnung am 10. Oktober, 19.30 Uhr Ausstellungsgespräch mit Jens Schubert



Abbildung: Schnee fiel weit ins Tal, 80x60cm, Siebdruck und Tuschestift auf Polyester, 2019
Foto: Paula Gehrmann

Die Bilder von Jens Schubert offenbaren dunkle Welten, Szenarien und Stimmungen. Sie erzählen von alten Geschichten, berühren Dinge die im Verborgenen liegen, beschreiben Figuren, welche aus dem Schatten treten. Das alles erscheint im ersten Moment merkwürdig vertraut und bleibt doch fremd und neu. Jens Schubert interessiert sich für die unterschiedlichen Erscheinungen, Ausformungen und Abbilder von Symbolen, Zeichen sowie archetypischen Figuren als Träger von Geschichte und geheimen Wissen - nicht nur zwischen unterschiedlichen Kulturen, sondern auch zwischen Generationen. Dabei bearbeitet er ein weites Feld: Von der Natur zur Hoch- und Popkultur, von Architektur, Design und Mode bis hin zu Zeichentrickfilmen, Comics, Computerspielen und Fantasy. In seinen Werken sammelt, kombiniert oder variiert Schubert diese Symbole und entwickelt daraus eigene Darstellungen oder leitet neue Figuren aus ihnen ab. Die Arbeiten schöpfen ihre Kraft aus einem Spiel mit unterbewussten Analogien, latenter Erinnerung und emotionalen Reflexen.

AM ENDE DER WELT STEHT EIN WALD AUS STEIN ist ein neuer, für das Gutshaus Steglitz entstandener Zyklus von mehr als 30 Werken. In ihnen setzt sich der Künstler nicht nur inhaltlich mit der Erscheinung der Welt auseinander, sondern auch formal. Aus der Verbindung von Zeichnung und einem darunter liegenden Siebdruckraster aus roten, grünen und blauen Streifen wird die Wahrnehmung von Farbe, Räumlichkeit und optische "Bewegtheit" untersucht. Die Bilder verändern sich, je nach Standpunkt, Licht und Blickwinkel. Es scheint keinen absoluten Punkt zu geben, von dem aus sie ihre "wahre" Gestalt zeigen.

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch im Lubok-Verlag, Leipzig.

Jens Schubert wurde 1983 in Schwarzenberg/Erzgebirge geboren und lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Annette Schröter, deren Meisterschüler er im Anschluss war. Seit 2016 hat Jens Schubert einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste Bremen. Jens Schubert hatte etliche Einzelausstellungen, u.a. "AURORA", Verein Junge Kunst, Wolfsburg 2019, "SCHAUM", Galerie Leuenroth, Frankfurt a.M. 2018, "ARBREDEMARBRE", Super+Centercourt, München 2016, "PERSPEKTIVEN DER GEGENWART - JENS SCHUBERT", Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main 2015, "PROMETHIUM", Museum Gunzenhauser, Chemnitz 2015, "BLACKMAGICKPARTY", MEWO-Kunsthalle, Memmingen 2013.

Kuratorin: Dr. Brigitte Hausmann, Leitung Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf



Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig.
Unterstützt durch Junge Kunst e. V. Wolfsburg, Galerie Leuenroth, Frankfurt am Main und Privatpersonen.






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